Stammtisch am 18. März 2026 mit Herrn Hermann Krause

Am 18. März 2026 haben wir statt des üblichen Stammtisches zu einem Vortrag mit Hermann Krause, früherer WDR-Hörfunkredakteur in Moskau, heute Büroleiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Moskau, eingeladen. Hermann Krause lebt überwiegend in Moskau und ist Mitglied in unserem Verein. In dem ca. zweistündigen Treffen berichtete Hermann Krause anschaulich vom Leben in Russland und diskutierte mit den Teilnehmern auch die Chancen eines Friedens im Ukrainekrieg.

Hermann Krause berichtete ausführlich, dass in den persönlichen Beziehungen zu den Deutschen in Russland und zu Deutschland generell immer noch eine erstaunlich positive Stimmung bestehe, im Unterschied zur offiziellen Propaganda in den Medien. Die Arbeit des Volksbundes werde gern gesehen und unterstützt. Der Volksbund sei fast als einzige von vielen Organisationen übriggeblieben, neben dem Goethe-Institut, die in Russland völkerverbindende Arbeit leisten könnten.

 Hermann Krause berichtete von vielen Einschränkungen, die seit dem Ukrainekrieg die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland behinderten, was sowohl von Entscheidungen in Russland als auch in Deutschland /EU verursacht sei. Er bezweifelte und bedauerte, dass selbst im Fall eines Friedens mit der Ukraine die wirtschaftlichen Beziehungen auf Vorkriegsniveau wiederbelebt werden könnten, weil inzwischen die Lücken, die der Rückzug westlicher Firmen gerissen habe, von russischen und auch von chinesischen Firmen geschlossen worden seien.

Bezüglich der Chancen für einen baldigen Friedensschluss mit der Ukraine äußerte sich Hermann Krause pessimistisch. Sowohl Putin als auch Selenskyj könnten es sich nicht erlauben als Verlierer zu erscheinen; ihre jeweiligen Verhandlungspositionen seien aber unvereinbar. Am Ende werde eines Tages wahrscheinlich ungefähr das vereinbart werden, was man schon 2014 auch ohne Krieg hätte realisieren können, was damals aber von beiden Seiten unterlaufen worden sei.

In der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmern wurden unterschiedliche Auffassungen zu den Kriegsursachen und zu den Friedenschancen ausgetauscht.